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Der wahre Preis steht im Vertrag – nicht in der Preisliste

Falko Heinze 3 Min. Lesezeit

Fast jede Software-Verhandlung dreht sich am Anfang um eine einzige Zahl: den Rabatt. Wie viele Prozent gehen vom List Price runter? Diese Zahl steht dann stolz in der Freigabevorlage — und sie sagt erstaunlich wenig darüber aus, was Sie über die Laufzeit tatsächlich zahlen. Denn der wahre Preis eines Deals steht nicht in der Preisliste. Er steht im Vertrag.

Warum zwei Kunden für dasselbe Produkt sehr Unterschiedliches zahlen

Zwei Unternehmen können exakt dasselbe Produkt mit exakt demselben Einstiegsrabatt kaufen — und am Ende der Laufzeit völlig verschiedene Gesamtkosten haben. Der Unterschied liegt nicht im Headline-Rabatt, sondern im „Papier”: in den Klauseln, die regeln, wie sich der Preis über die Zeit entwickelt.

Der List Price ist eine Verhandlungskulisse. Der Rabatt wirkt einmal, beim Abschluss. Alles danach — Verlängerung, Nachbestellung, Umstellung, Preissteigerung — wird von den Vertragsklauseln gesteuert, nicht von der Prozentzahl auf der ersten Seite.

Die Laufzeit legt fest, wie oft Sie neu verhandeln

Die Laufzeit entscheidet über Ihre Verhandlungsfrequenz. Ein kurzer Vertrag gibt Ihnen häufiger die Gelegenheit, den Markt neu zu testen — kostet aber Planungssicherheit. Ein mehrjähriger Vertrag sichert den Preis, bindet Sie aber länger an eine Entscheidung, die Sie heute treffen. Beides kann richtig sein. Falsch ist nur, die Laufzeit als reine Formalie zu behandeln. Sie ist einer der stärksten Hebel im gesamten Deal.

Entscheidend ist die Kombination aus Laufzeit und Renewal-Bedingungen. Eine lange Laufzeit ohne Preisschutz ist ein Blankoscheck. Eine kurze Laufzeit ohne Nachbestell-Konditionen macht Sie bei jedem Wachstum erpressbar.

Renewal, Uplift und Co-Term: die stillen Kostentreiber

Die Renewal-Klausel bestimmt, zu welchen Bedingungen der Vertrag weiterläuft. Ohne verhandelten Rahmen orientiert sich die Verlängerung am dann gültigen List Price — nicht an Ihrem einmal erkämpften Rabatt. Der Uplift legt fest, um wie viel der Preis pro Periode automatisch steigt; über mehrere Jahre wirkt er wie Zinseszins und frisst den Rabatt oft wieder auf.

Co-Term regelt, ob spätere Zukäufe auf ein gemeinsames Enddatum gelegt werden. Sauber gemacht, spart das Verwaltung und verhindert einen Flickenteppich aus Einzelverträgen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Konditionen. Schlecht gemacht, verlängert es unbemerkt Ihre Bindung.

Expansion Pricing und Swap Rights: der Preis für Ihr Wachstum

Kaum ein Unternehmen kauft heute, was es in drei Jahren braucht. Die spannende Frage ist deshalb: Zu welchem Preis kommen zusätzliche Lizenzen dazu? Ohne festgeschriebenes Expansion Pricing verhandeln Sie jede Nachbestellung neu — meist aus einer schwächeren Position, weil das Produkt bereits im Einsatz ist.

Swap Rights geben Ihnen das Recht, gebuchte, aber ungenutzte Lizenzen gegen andere Produkte zu tauschen. Das ist der wirksamste Schutz gegen Shelfware: Kapazität, die Sie einmal überschätzt haben, bleibt dann kein Totalverlust, sondern lässt sich in tatsächlich benötigte Bausteine umlenken.

Was Sie mitnehmen sollten

Der Rabatt ist die sichtbarste, aber selten die wichtigste Zahl. Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie wissen, wie Renewal, Uplift, Co-Term, Expansion Pricing, Swap Rights und Price Protection zusammenspielen. Genau diese Klauseln entscheiden, ob Ihr Deal über die Laufzeit günstig bleibt oder Jahr für Jahr teurer wird.

Sie wollen wissen, was in Ihrem Vertrag wirklich steht — jenseits des Rabatts? In einem kostenlosen Erstgespräch gehen wir die entscheidenden Klauseln gemeinsam durch.

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